Heilkraft und Magie der Arabischen Zeichen

“Islam vermittelt vorallem eines: Dass es immer mehr gibt, als wir erkennen können.” ~Amira El-Zein

Neben dem Lesen und Rezitieren des Koran ist es Praxis in Islam die schönsten Namen Gottes zu rezitieren und aufzuschreiben. Diese Namen helfen bei Alltagsdingen, aber auch gegen böse Kräfte. Es wird vor allem in Iran und unter Schi’iten auch angenommen, dass das zeichnen und meditieren über den Ism allah al-a’azam (Gottes höchster Name) einen Gläubigen leiten und beschützen kann.

Was genau der höchste Name Gottes ist, ist umstritten. Eine spezifisch iranische Version des Ism allah al-a’azam ist im Logo dieses Blogs zu sehen (ein Design meines Ehemannes Wahid Azal).

Gottes Höchster Name

Gottes Höchster Name, Ism allah al-a’azam, Design: Wahid Azal

 

 

 

 

 

Dieses Zeichen kann nicht ausgesprochen werden, sondern ist eine komplexe Kombination von arabischen Zeichen und Symbolen welche ihre Bedeutung alleine durch initiatisches Wissen erhalten.  Eine nähere Interpretation des Ism allah al-a’azam gemäss der Überlieferung nach Ali Ibn Talib (as) gibt es bei diesem Beitrag zu lesen.

Es gibt verschiedene Versionen des Ism allah al-a’azam in der islamischen Welt. Wir erhielten unsere Version als Talisman (Tawiz) von einem Sufi-Scheich aus dem Iran. Der Ism allah al-a’azam wird auch im Zusammenhang mit den Sklavenrevolutionen in der Karibik und den Amerikas erwähnt. Versklavte Muslime aus Afrika brachten das Symbol als Mandinga (Talisman in Afrika) mit sich und nutzen es zur geheimen Kommunikation und als Symbol ihrer Identität, ihrer Kraft und ihres Willens zum Widerstand gegen die Sklaverei (Sylviane A. Diouf, Servants of Allah: African Muslims Enslaved in the Americas, 15th edition, New York University Press, 1998: 109).

“Jedes Zeichen des Arabischen Alphabets hat eine bestimmte Macht, welche widerum mit den vier Elementen, dem Himmel und den niederen Welten und zu Nummern in Beziehung steht, sowie zum Licht oder zur Dunkelheit.”

Der magische Islam verwendet Arabische Schriftzeichen um das Böse und Djinn (Geister aus rauchlosem Feuer, ein Hinweis auf Bio-Elektrizität?) zu bannen. Arabische Zeichen können alleine auf Talismanen (aus Papier) oder Amulet (auf Halbedel-Steinen, weniger auf Edelsteinen oder Metallen) geschrieben sein. Es wird angenommen, dass sich dadurch ihre Macht erhöht, da jeder Buchstabe eine eigene Macht hat und sich auf einzigartige Weise verhält, in einem eigenen Energiefeld. Das mag sich für “aufgeklärte” Geister abstrus anhören, aber das Arabische hat Sprache durch den Koran zur hohen Kunst erhoben hat, lange bevor die Linguistik die Macht der Worte erkannte. Zikr (arabische Rezitationen von Gebeten und Gottes Namen) werden im Islam als Medizin beschrieben und von Kundigen an Kranke und Leidende verschrieben. Die westliche Wissenschaft hat sich mit all dem bisher kaum befasst, obwohl mittlerweile anerkannt wird, das Gebet und Meditation geistiger Regenerierung helfen und Sprache komplexen Einfluss auf unser Bewusstsein und Unterbewusstsein hat und Ausdruck desselben ist.

Der berühmte arabische Magier Ahmad Ibn Ali Al-Buni beschrieb, dass arabische Zeichen ihre eigenen Reiche haben, ihre eigenen Traditionen und ihre eigenen komplexen Geheimnisse. Er beschreibt zum Beispiel den Gebrauch des Buchstabens Qaf wie folgt: “Schreibe das Zeichen Qaf in einen Halbkreis auf dem Boden. Sitze in diesem Halbkreis und kein fliegender oder kriechender Djinn kann dir jemals etwas anhaben”.

Planet in Blüte

Jedes arabische Zeichen hat laut Al-Buni eigene geistliche Diener und Herrscher und er beschreibt sie als “ein Land unter vielen Ländern”. Er bestand auch darauf, diese Zeichen nicht für Magie zu nutzen, es sei denn man ist mit dem Zeichen vertraut und weiss um seine vielschichtigen Bedeutungen und Verwandtschaften. Jeder Buchstabe des Arabischen Alphabets hat eine bestimmte Macht, welche widerum mit den vier Elementen, dem Himmel und den niederen Welten und zu Nummern in Beziehung steht (Arabische Numerologie heisst auf Arabisch “Abjat”), sowie zum Licht oder zur Dunkelheit. Die Zeichen des Lichts zum Beispiel generieren Liebe und Einigkeit, die Zeichen der Dunkelheit Hass und Krieg. Also werden bestimmte Zeichen des Arabischen für bestimmte Aufgaben angewandt, gegen spezifische Krankheiten und gegen spezifische Geister (Djinn). Muslimische Alchemisten und Magier beschreiben den ersten Buchstaben des Arabischen Alphabets, Aleph  ( ا ) im Zusammenhang mit der Schöpfung, dem ersten Zeichen. Dieses Zeichen steht über allen, denn es ist auch der erste Buchstabe des Göttlichen Namens von Allah – الله. Auch in der Bibel wird gesagt: Am Anfang war das Wort. Gott wurde erst durch die Sprache für den Mensch überhaupt wahrnehmbar.

“Alle Zeichen des Arabischen haben eine tiefe und vielschichtige Bedeutung und es ist schwer für Aussenstehende den konstanten Austausch zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren und das Konzept der interagierenden Multiverse im Herzen des muslimischen Seins zu verstehen.”

Der islamische Mystiker Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī beschrieb die Zeichen nicht nur als Länder sondern als “Imame” (geistige Führer), welche die Menschheit zu Wissen und spirituellem Erwachen führen können. Er kategorisierte die Zeichen in vier Ebenen. Die erste Ebene ist die göttliche Sphäre, darin finden wir Zeichen wie aleph und lam. Die zweite Ebene gehört den Menschen und ist bevölkert von Zeichen wie zB nun, sad und  dad. Die dritte Ebene gehört den Djinn und darin finden wir Zeichen wie ayn, ghayn, sin, shin und quaf. Die vierte Ebene gehört den Engeln und deren Zeichen. Ibn Arabi behauptete auch, dass jedes Zeichen zwei Bedeutungen hat, welche in den diesseitigen und jenseitigen Sphären manifestieren.

Alle Zeichen des Arabischen haben eine tiefe und vielschichtige Bedeutung und es ist schwer für Aussenstehende, den konstanten Austausch zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren und das Konzept der interagierenden Multiverse im Herzen des muslimischen Seins zu verstehen. Erst jetzt, im Zeitalter der Technologie kommt überhaupt erst ein Bewusstsein in der (westlich dominierten) Wissenschaft auf, wie ungemein sehend der Islam und die Islamische Wissenschaft und ihre Gedankenwelt war und ist. Ohne die Vorarbeit des metaphysischen Islam und der islamischen Wissenschaften in Algebra, Mathematik, Physik, Chemie und anderen Sparten, gäbe es keine Technologie und keine moderne Quantenphysik und die Einsicht der Quantenphysik, dass unsere Realität in der Tat Teil eines Multi-Universums ist.
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Ich bedanke mich ausdrücklich bei Professor Amira El-Zein deren Buch “Islam, Arabs and The Intelligent World of the Jinn” diesen Beitrag inspirierte.

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