Mein Islamischer Kräutergarten

Die Ursprünge Islamischer Heilkunde

“Ich ziehe ein kurzes Leben mit weitem Horizont, einem langem Leben in Engstirnigkeit vor.” ~ Ibn Sina (Avicenna)

Ich habe den folgenden Text erstmals auf “The Art of Islamic Healing” auf Englisch veröffentlicht. Meine Absicht war es einen kurzen Überblick über die verschiedenen kulturellen Einflüsse auf das islamische medizinische Wissen zu geben und zu beschreiben, wie wichtig selbige für die Entwicklung des Islam waren. Tiefergehend finde ich es inspirierend und aktuell, aufzuzeigen, wie Kulturen lernen und sich durch Mitmenschlichkeit weiterentwickeln.

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Nach Muhammed’s (a.s) Tod in 632/11 (Christliche/Islamische Zeitrechnung) zog die junge islamische Bewegung nach Norden und überschritt die Grenzen der arabischen Halbinsel in das Syrisch-Byzantinische Reich und in die Gebiete, die als das Sassanidische oder Persische Reich bekannt sind. Die Einflüsse dieser Kulturen auf den frühen Islam reichen in die Staatsführung, die Architektur und  Künste, und vorallem auch in die Medizin und die Patientenpflege. Die medizinische Schule und das Krankenhaus in Gondeshapur im Süden des heutigen Iran waren das Fundament für eine frühe islamische Krankenhaus-Kultur. Krankenhäuser sind bis heute in der islamischen Welt als “Bimaristans” bekannt, ein persisches Wort.

“Der Prophet Muhammed (a.s) hatte selbst einen Verwandten der ein Nestorianischer Christ war und welcher Zuflucht in Mekka gefunden hatte (Waraka ibn Nawfal).”

Wenn wir islamische Medizingeschichte genauer betrachten, und die Geschichte der modernen Medizin im allgemeinen, finden wir den persischen Arzt Burzōē welcher medizinisches Wissen von Indien in den Iran brachte, insbesondere im Bereich der Chirurgie und Phytologie (das Wissen von den Heil-Kräutern und -Pflanzen). Burzoe war ein Arzt im Dienste des Königs Chosrau I.  Auf Anordnung des Königs Chosrau reiste Burzoe nach Indien um das Indische Panchatantra zu studieren und von Sanskrit in das Pahlevi (Mittel-Persische) zu übersetzen. Das Panchatantra selbst ist eine Sammlung von Geschichten und Fabeln, von denen behauptet wird, dass sie sogar die  Geschichten aus 1001 Nacht und Grimm’s Märchen beeinflusst haben. Während seiner Jahre in Indien studierte Burzoe auch die weit entwickelte Kunst der indischen Ärzte (darunter auch die Kunst des Ayuverda, der heilenden Ernährung), und studierte das Sushruta-Samhita, eine extensive Sammlung indischer medizinischer Texte. Es war auch unter König Chosrau, dass die medizinische Fakultät und das Krankenhaus in Gondeshapur ein berühmtes Lehrzentrum wurde.  Chosrau gab auch zahlreichen griechischen Philosphen und Syrischen Nestorianischen Christen Schutz vor Verfolgung. Diese flohen vor religiöser Verfolgung im Byzantinische Reich. Der Prophet Muhammed (a.s) hatte selbst einen Verwandten der ein Nestorianischer Christ war und welcher Zuflucht in in Mekka gefunden hatte (Waraka ibn Nawfal). Die Sassaniden des persischen Reiches hatte lange mit den Römern und Byzantinern für Kontrolle über das heutige Iraq und Syrien gekämpft und sie waren überaus erfreut über die Möglichkeit die Flüchtlinge willkommen zu heissen.  Chosrau beauftrage die Flüchtlinge griechische und aramäische Texte ins Mittel-Persische zu übersetzen. Sie übersetzten Werke über Medizin, Astronomie, Philosophie und die angewandten Künste (Staatskunst, Architektur usw). Sie übersetzen vorallem auch die Texte der griechischen Ärzte Galen und Dioskurides deren Einfluss tief in die Islamische Medizin reichte.

Chosrau I schickte Burzoe auch aus, um indische und chinesische Gelehrte nach Gondeshapur einzuladen. Die Besucher übersetzen indische Texte über Astronomie, Astrologie, Mathematik und Medizin und chinesische Texte über Pflanzen-Heilkunde und Religion.

Fazit: Die islamische Heilkunst der frühen Periode setzte sich aus vielen verschiedenen Quellen zusammen, darunter Quellen aus dem Byzantinischen und Persischen Reich, und Indischen wie auch Chinesischen und griechischen Quellen wie Galen und Dioskurides. Dazu kamen eigene Beobachtungen und Weiterentwicklungen. Arzneidrogen welche Galen und Dioskurides unbekannt waren, und von der frühen islamischen Medizin angewandt wurden, sind zum Beispiel: Kampfer, Galgant, Styrax, Mastix und Zarnab. Weiterhin brachte die frühe arabische Kultur viel einzigartiges Wissen aus Indien, Afrika, Persien und Byzanz in die islamische Kultur. Dieses Wissen hatte sie sich über die vielen Handelsrouten erworben, die in den Jahrhunderten vor Einführung des Islam entwickelt wurden.

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Roya Azal

Kirsten Roya Azal - Künstlerin, Bloggerin, Geek.

Studio:
http://www.earthangel.one

Auf Englisch:
http://www.theartofislamichealing.com