Hijama Technik & Anwendung

Hijama: Technik & Anwendung

“Lächle, auch wenn Dein Herz blutet.” ~ Ali Ibn Talib (a.s)

Wann sind die besten Zeiten für eine Hijama Therapie? Während einige Hadith verlangen, dass Hijama nur Donnerstags angewandt werden solle, und niemals Montags, Dienstags oder Mittwochs, verlangen andere Hadith, dass Hijama niemals an einem Donnerstag angewandt werden solle. Das einzige was einigermassen Gewiss scheint, ist, dass sich die besten Zeiten für die Therapie nach dem Mondkalender richten.

Eines der Hauptmerkmale des Hijama im Gegensatz zum Nass-Schröpfen, wie es auch in Deutschland bekannt ist, liegt in der Schneidetechnik. Während im Nass-Schröpfen die Haut ziemlich tief eingestochen wird (ca 0,3 – 0,9 mm) wird in Hijama die Haut nur angeritzt. Eine kleine Hautfalte wird vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand genommen und gerollt, während die rechte Hand die Haut mit einem Rasiermesser/-Klinge leicht anritzt. Diese Ritzungen sind nur oberflächlich (ca 0,1 mm in Tiefe) und nur dazu da, die Oberfläche der Epidermis und die Kapilaren (feinste Blutgefässe unter der Haut) zu öffnen. Es wird peinlichst darauf geachtet in keine Adern und Nerven zu schneiden. Die Ritzungen sind nur oberflächlich, nie tief, sie werden nacheinander angebracht, nie gleichzeitig, es sind nur wenige Ritzungen, nie viele, die Ritzungen verlaufen vertikal nie horizontal oder quer, sie sind kurz (ca 2 mm) und nie lang, und sie werden langsam und bedächtig angebracht.

Hijama Schnitte

Hijama wird an den Hautstellen angebracht die direkt an den betroffenen Körperstellen sind. Meridian-Theorien wie im Schröpfen, wo an bestimmten Körperstellen geschröpft wird um Organe an anderer Stelle zu heilen, kommen beim traditionellen Hijama nicht zum Einsatz.

Vor dem eigentlichen Ritzen werden die Stellen der Haut vorbereitet, mit heissen Schröpfgläsern oder mit Schröpfläsern die Unterdruck erzeugen. Wichtig ist, dass starker Unterdruck erzeugt wird, um das Blut in die feinen Kapilaren unter der Hautoberfläche zu treiben. Der Therapeut muss nach Anbringen des Schröpfglasses ca 2-3 Minuten warten, das Glas entfernen und nochmal anbringen und wiederum 2-3 Minuten warten bevor er/sie mit dem eigentlichen Ritzen beginnen kann. Für das eigentliche Ritzen wird die Haut dezinfiziert und das Ritzen kann beginnen. Während des Ritzens rezitieren einige Therapeuten gerne Dhikr (Anrufung Gottes durch seine Attribute/99 Namen). Nach dem Ritzen werden die Schröpfgläser wieder exakt auf die betroffenen Hautstellen aufgesetzt um das Blut auszutreiben. Eine besondere Kunst ist es, den Blutfluss am Laufen zu halten, da das Blut durch solch feine Schnitte an der Oberfläche sofort gerinnt und nur durch exakt angebrachten Unterdruck am Laufen gehalten werden kann. Darin besteht die besondere Kunstfertigkeit eines Therapeuten. Einige Therapeuten schummeln, indem sie das Hijama mit Blutegel-Therapie mischen, was einen konstanten Blutfluss erlaubt, aber kein Hijama mehr ist. Eine grosse Gefahr bei dieser Art des Schröpfens mittels Blutegel-Biss ist ein potentiell zu hoher Blutverlust der mit Kreislaufversagen und ähnlichem einher gehen kann.

Die Menge Blut welche durch Hijama während einer Ersttherapie entnommen werden, sollte nicht mehr als 100 – 200 ml Blut sein. Niemals sollte ein Schröpfglas mehrmals gefüllt werden und besondere Aufmerksamkeit muss der Konstitution und der spezifischen Krankheit des Patienten gewidmet werden.

Beiträge

Posted in Entgiften & Säubern, Heilendes Beten im Islam, Hijama (Ritzen) & Blutegel, Islamische Heilkunde, Islamische Meditation (Murqaba), Islamische Medizin & Kulturgeschichte, Islamische Mystik & Esoterik, Islamische Okkulte Tradition, Islamische Trauma-Therapie, Mentale & Spirituelle Gesundheit, Traditionelle Holistische Therapien and tagged , , , , , , , , , , .

Kirsten Roya Azal - Künstlerin. Autorin. Fotografin.

Fotografien
www.royaazal.net

Florale Kunst & Illustrationen
www.earthangel.one

Gärten & Nachhaltigkeit
www.diekunstdessufigartens.de

Sufismus & Islam, auf Englisch
www.theartofislamichealing.com